Rettet die kleine Schwester!

Hey, da ich ja jetzt endlich Ferien habe, komm ich mehr zum Schreiben :D
Deswegen hier eine Geschichte zu meinem Buch Rettet die Afrikaner - aber nicht die selbstgefälligen Tiger!.
Die Geschichte ist aus Jannis Sicht, Mayas Bruder geschrieben und ich hoffe es gefällt euch, auch wenn es ziemlich traurig ist. Ich hab sie geschrieben, da ich von mehrere gehört habe, dass sie Jannis mögen :D




Rettet die kleine Schwester:




Ratlos saß ich an Mayas Bett und streichelte ihr tröstend über das flammende rote Haar, dass ich so sehr liebte. Meine kleine Rebellin. Um noch besser an sie heran zu kommen, rutschte ich mehr auf das Bett und sackte sofort in die weiche Matratze ein. Maya wurde durchgeschüttelt, doch ihr entfuhr keinerlei Reaktion. Seit genau 5 Tagen, 8 Stunden und 42 Minuten hatte sie überhaupt auf gar nichts mehr reagiert. Genau ab dem Zeitpunkt, als unsere kleine, heile Welt vollkommen auseinander gebrochen wurde.  
Vor 5 Tagen, 8 Stunden und 45 Minuten hatte eine gute Freundin und Mitarbeiter der kleinen Organisation, für die meine Eltern arbeiteten, an unsere Tür geklopft. Maya hatte geöffnet, da ich zu faul war um mich von meinem bequemen Sofa aufzuraffen. Doch als ich sie auf einmal nur noch schreien und toben hab hören, bin ich hastig aufgesprungen und in den Flur gerannt. Zuerst dachte ich, jemand würde sie angreifen und alle meine Ich-muss-meine-kleine-Schwester-retten-Beschützerinstinkte hatten sich schlagartig geregt. Aber es stand nur Tanja vor unsere Tür, Mums beste Freundin. Erst verstand ich nicht, was Maya so aufregte, doch als ich das erschütterte Gesicht von Tanja gesehen hatte und die verheulten Augen, wusste ich, was passiert war, doch ich wollte es nicht glauben. Mayas Ausraster machte mir aber ziemlich klar, dass genau das, wovor wir beide uns immer am meisten gefürchtet hatten, eingetreten war. Meine Kehler schnürte sich zu und ich fing mich noch gerade rechtzeitig am Treppengeländer ab, als meine Knie zu Wackelpudding wurden. Verzweifelt schnappte ich nach Luft und blickte mit letzter Hoffnung in Tanjas Rettung, doch ihr kleines Kopfschütteln, raubte mir endgültig den Boden unter den Füßen. Meine Eltern waren Tod. Tod. Tod. Sie würden nie mehr wieder kommen.
Maya war immer noch vollkommen außer sich, sie tobte und heulte, wollte es nicht glauben. Ihr Anblick gab mir die Kraft, mich aufzurappeln. Ich musste zuerst Maya beruhigen, bevor sie sich noch selbst verletzte. Trotz ihrer um sich schlagender Arme und Beine, zog ich sie an meine Brust, sodass sie in meinen Armen versank, da sie mir gerade mal bis zur Brust ging und ignorierte ihr Fingernägel die über meinen Arm kratzten.
„Bitte, Maya. Beruhig dich. Schhh…alles wird gut!“ Das würde es nicht, aber gerade zählte nichts andres, als dass Maya so ausflippte. Mein Herz brach förmlich entzwei, als ich in ihre, vor bodenloser Verzweiflung verdunkelten, Augen sah. Ich fühlte genauso, doch ich musste jetzt für meine Schwester da sein. Genau drei Minuten dauerte ihr Ausbruch, bis sie auf einmal vollkommen reglos in meinen Armen zusammensackte. Erschrocken schob ich sie ein wenig zurück, doch in ihren Augen war nur noch Leere. Trotzdem war ich froh, dass sie sich erstmal beruhigt hatte.
„Ich bring sie hoch in ihr Zimmer. Warte im Wohnzimmer auf mich, Tanja!“ Sie nickte wortlos und schlurfte mit herunterhängenden Schultern an mir vorbei.
Da ich von Maya keine Hilfe erwarten konnte, hob ich sie mühelos hoch und legte sie über meine Arme. So vorsichtig wie es ging, stieg ich die Stufen hoch und legte sie ihn ihrem Zimmer sanft auf ihr Bett. Von ihr kam überhaupt keine Reaktion, ich nahm an, dass sie erstmal einfach zu geschockt war. Mit zitternden Händen zog ich ihr ihre weiße Decke, auf der die Landkarten mehrere afrikanische Länder gestrickt waren, über die Schultern. Bei dem Anblick musste ich hart schlucken und meine Kehle fühlte sich staubtrocken an. Meine Mutter hatte ihr diese Decke gemacht. Schnell stand ich auf und stürmte fast aus dem Zimmer. Doch auch auf dem Flur wurde es nicht besser, überall hingen Bilder von uns und unseren Eltern. Alles erinnerte mich an sie. Oh Gott! Ich wurde wahnsinnig! Als ich die vielen Regalbretter auf denen Unmengen von Andenken an die unzähligen Reisen meiner Eltern standen, verlor ich die Beherrschung. Doch kurz bevor meine geballte Faust auf das Regal traf, konnte ich mich noch stoppen. Wenn ich das zerstören würde, würde mir Maya das nie verzeihen.
Vollkommen durcheinander trabte ich einfach die Treppe runter und richtete mein Blick nur auf den Boden  um nicht all die Sachen meiner Eltern sehen zu müssen. Aber es half nichts. Selbst die Staubkörner auf dem Boden, die sich dort langsam sammelten, weil weder Maya und ich, sonderlich gründlich mit dem Putzen waren, erinnerten mich an sie. Meine Mum hatte immer großen Wert auf Sauberkeit gelegt.
Als ich endlich im Wohnzimmer angekommen war, sah ich, dass Tanja bereits zusammengekauert auf dem Sofa saß. Meine Füße fühlten sich so an, als ob an ihnen Betonklötze hängen würden. Ich wollte nicht zu ihr hin und die Wahrheit noch mal aus ihrem Mund hören. Ich wollte die Einzelheiten nicht wissen. Ich wollte nicht erfahren, dass sie wahrscheinlich während eines Einsatzes gestorben waren. Ich wollte nicht, dass sie wegen ihrem verdammten Drang, Menschen zu helfen, ihre Kinder im Stich gelassen hatten.
Immer und immer wieder hatte ich sie gebeten, hier zu bleiben, nicht mehr so oft nach Afrika zu fahren. Letztendlich hatte ich es nur geschafft, sie dazu zu überreden, Maya wenigstens hier zu lassen. Sie sollte das Elend dort nicht mehr sehen. Sie sollte ein ganz normales Teenagerleben führen und nicht ständig an einem andren Ort sein. Ich wusste, dass es meinen Eltern schwergefallen war, ohne uns wegzufahren, doch in dem Punkt war ich erbarmungslos gewesen, wenn sie wenigstens nicht ihr Leben schonen wollten, dann zumindest Mayas.
Trotz meiner Betonbeine stolperte ich auf das Sofa zu und kauerte mich an die äußere Ecke.
Erwartungsvoll sah ich Tanja an, doch sie öffnete ihren Mund und schloss ihn wieder und öffnete ihn wieder. Nach einer halben Ewigkeit, schaffte sie es endlich, etwas zu sagen.
„Es tut mir so leid, Jannis. Ich habe eben die Mitteilung aus Ghana erhalten, dass sie umgebracht wurden. Sie wollte gerade einen kleinem Mädchen helfen, als sie ein paar Einwohner erschossen, da sie mit ihrer Anwesenheit nicht einverstanden waren.“ .“ Ich wiederstand dem Drang mir einfach wie ein kleines Kind die Ohren zuzuhalten. Das wollte ich nicht hören. Trotzdem musste ich erfahren, was mit ihnen passiert war.
„Dein Vater ist direkt auf der Straßen verblutet und deine Mum…“ Tanja schluckte heftig, Mum war ihre beste Freundin gewesen.
„Deine Mum ist dann im Krankenhaus gestorben.“
Wütend und verzweifelt schlug ich auf den Tisch, sodass die Tassen auf ihm heftig klirrten. Wäre sie hier gewesen, dann hätte sie noch gerettet werden können. In Ghana waren die Krankenhäuser viel zu schlecht!
Tanja schreckte erschrocken zusammen und ich versuchte mich wieder zusammen zu reißen.
Doch in meinen Kopf herrschten zu viele Gedanken. Was sollten wir jetzt machen? Ich verdiente noch nicht genug Geld um Maya und mich zu versorgen. Ich hatte gerade erst mit meinem Filmstudium begonnen und half nebenbei nur in einem Foto und Film laden aus. Eventuelle könnte ich mein Studium schmeißen um richtig arbeiten zu gehen. Ich brauchte genug Geld, sonst würde sie mir Maya nachher noch wegnehmen, da ich nicht für sie sorgen könnte.
Verzweifelt stütze ich meinen Kopf in meine Hände. Mein Schädel dröhnte und mir war schlecht.
Ich war so tief in meiner Verzweiflung gefangen, dass ich Tanjas Worte nur in Fetzen auffing.
Doch bei dem Wort „Lebensversicherung“ horchte ich auf.
„Deine Eltern hatten beide eine Lebensversicherung angelegt, sodass das Geld für euch beide auf jeden Fall für die nächsten paar Jahre reichen wird. Solange bis du arbeiten kannst.“ Erst langsam registrierte ich, was sie gesagt hatte. Meine Eltern hatten nie eine solche Versicherung erwähnt.
Trotzdem war ich erleichtert, dass zumindest das Problem geklärt war.
Tanja war nach kurzer Zeit gegangen, da sie meinte, dass ich jetzt erstmal Ruhe brauchen würde.
Und das tat ich. Meine Körper war vollkommen verkrampft und mein Kopf wog Tonnen. Trotzdem schaute ich erst noch mal bei Maya vorbei, doch sie lag noch genauso auf ihrem Bett, wie ich sie zurückgelassen hatte. Ich nahm an, dass sie schlief und schloss leise die Tür, nur um mich dann wenig später vollkommen erschöpft in mein Bett fallen zu lassen. Einschlafen konnte ich aber trotzdem nicht, da ich einfach nicht vergessen konnte.
Seit dem waren fünf Tage vergangen und Maya erwachte einfach nicht aus ihrer Schockstarre. Bald würde ich einen Arzt rufen,  sie aß nur, wenn ich sie dazu zwang und ging aufs Bad, wenn ich sie dazu drängte. Sie antwortete mir nicht, sie reagierte überhaupt nicht.
Die letzten Tage waren einfach zermürbend gewesen, ich hatte sämtliche Angelegenheiten geregelt und die Beerdigung hinter mich gebracht. Einfach nur der Horror, die Nächte schlug ich mir hellwach, aber dafür mit lauter Sorgen, um die Ohren und mutierte zum Zombie. Ständig wachte ich an Mayas Bett und kuschelte mich an sie, wenn ich einfach nicht mehr konnte. Hoffentlich kam sie bald wieder zu sich.

Am sechsten Tag wurde ich ruckartig aus meinen Wachträumen gerissen, als Mayas gellender Schrei ertönte und bald darauf verzweifelte Schluchzen durch die Wand, die unserer Zimmer trennte, schallten.  Rasch sprang ich auf und rannte in ihr Zimmer. Auch wenn es mir in der Seele wehtat, wie sie da so heulend auf ihrem Bett lag, war ich doch froh, dass sie endlich wieder reagierte.
Wie ein Häufchen Elend blickte sie zu mir herauf, ihre Augen waren zu gequollen und bittend sah sie mich an. Rasch schlüpfte ich zu ihr unter die Bettdecke und sofort kuschelte sie sich in meine Arme.
„Es wird alles Gut, Kleine.“ Ich verstärkte den Druck meiner Umarmung, als ob ich so vor all dem Unheil dieser Welt schützen könnte.
„Es wird alles Gut.“ 


Und? Wie gefällts euch ;) 
LG Jana
 

Kommentare:

  1. Hallo. :) Freut mich riesßig, dass dir mein Blog und vor allem die Rezensionen so gut gefallen! Danke für die Kritik, ich werde sie mir zu Herzennehmen. :) Ich glaube, so wie ich das bei dieser Rezension mit den Charakteren geschrieben habe, habe ich nur bei ein paar Rezensionen gemacht, weil...weiß ich auch nicht genau, ich glaube, weil ich nicht genau wusste, wie ich mich ausdrücken soll. XD

    Und was den Mauszeiger angeht: Ich find ihn auch sehr niedlich. :3 Normal ist es ein kleiner, pinker. :D

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  2. Wann kommt eigentlich der 2te teil für dein buch raus ich will unbedingt wissen wie es zwischen maya und david weitergeht xD obwohl es offensichtlich ist xD oder ist schon ein 2ter teil draussen? (ausser dieser teil) :3 danke für antworten :3

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    1. Hey, bin fleißig dabei weiter zu schreiben, ne, es gibt noch keinen zweiten Teil :D

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  3. Hallo, gibt es schon einen 2ten Teil für das buch? :D ich will unbedingt wissen wie es zwischen maya und david weitergeht xD vllt offensichtlich aber hey :D

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