Elfenkuss

Diese Geschichte ist ebenfalls eine Kurzgeschichte, die ich für einen Wettbewerb auf www.bookrix.de geschrieben habe. Normalerweise schreibe ich eigentlich keine kurzen Geschichten, aber ich fande, dass passte bei dieser einfach besser ;)

1.Elfenkuss.


Als Elena eines Tages im Wald einen verletzten Elf rettet, nimmt sie ihn mit nach Hause. Sie kommen sich näher, doch Elenas Vertrauen ist schon zu oft gebrochen worden... Kann sie ihm vertrauen?


 

http://www.bookrix.de/_title-de-jana-elfenkuss

http://www.hierschreibenwir.de/node/74314

http://www.fanfiktion.de/s/504f7898000235d60c903a98


Textausschnitt:


Schnell rannte ich durch den Wald, sodass ich die Bäume nur noch verschwommen wahrnehmen konnte. Heute hatte ich eigentlich gar keine Zeit um die Schönheit um mich herum zu bewundern, doch ich liebte dieses intensive grün des Waldes einfach. Vereinzelt bahnten sich goldene Lichtstrahlen einen Weg durch das Dickicht und erhellten den Weg.
Aufmerksam schaute ich wieder auf den Boden, da ich nach essbaren Pflanzen und Früchten Ausschau hielt. Bald stand ein harter Winter bevor und ich hatte noch nicht genug Vorräte gesammelt. Das war der erste Winter an dem ich allein für mich sorgen musste, da Sina nicht mehr da war. Trocken schluckte ich und versuchte die traurige Erinnerung zu verdrängen.
Auf einmal entdeckte ich einen Beerenbusch und machte mich sofort daran die saftigen, roten Beeren zu pflücken. Zwischendurch steckte ich  mir auch welche in den Mund, da ich heute noch nichts gegessen hatte und ließ die Frucht zwischen meinen Zähnen zerplatzen. Sie schmeckten einfach köstlich und ich musste mich wirklich beherrschen nicht alle auf einmal zu essen.
Als ich über mir ein Rascheln hörte, blickte ich auf und sah erst nur dickes Geäst. Doch nach kurzer Zeit konnte ich ein braunes Eichhörnchen entdecken. Fasziniert schaute ich ihm dabei zu, wie es geschickt von einem Baum zum anderen kletterte und seinen langen, rotbraunen Schwanz hinter sich her zog. Ich hätte es gerne noch weiter betrachtet, aber leider musste ich weiter pflücken.
Plötzlich zuckte ich erschrocken zusammen und durch die Bewegung bohrte sich ein Dorn tief in meine Fingerkuppe, sodass mehrere Tropfen Blut heraustraten. Doch das bemerkte ich gar nicht, denn ich  hatte Kampfgeschrei wahrgenommen, das war eindeutig das Geräusch, das entstand, wenn Schwerter aufeinander prallten.
Kurz überlegte ich, es einfach zu ignorieren, doch ich musste wissen, was in meinem Wald vor sich ging. Vorsichtig ging ich in die Richtung, aus der die Geräusche kamen. Sie führten mich zu der großen Lichtung im Norden des Waldes, einen Ort,  an den ich eher selten kam. Eigentlich war sie wunderschön, denn sie war kreisrund, von großen, prächtigen Eichen umgeben und überall blühten Blumen in den prächtigsten Farben. Im Frühling roch es hier immer herrlich. Doch heute wurde die Schönheit durch das brutale Schauspiel vor mir zerstört.
Entsetzt sah  ich, wie drei Soldaten des Königs, die ich an der typischen weißen Leinenhose und dem blutroten Hemd, an den mehrere Abzeichen angenäht waren, erkannte, mit einem weiteren Mann kämpften, der seltsame grüne Kleidung trug. Mehr konnte ich von ihm nicht erkennen, da er mit dem Rücken zu mir kämpfte. Der Fremde wurde immer weiter zurück gedrängt und so kamen sie näher zu mir.
Schnell versteckte ich mich hinter einer gewaltigen Eiche und lugte um sie herum. Der Mann war ein hervorragender Kämpfer, er war ziemlich schnell, doch er konnte einfach nicht gegen drei gleichzeitig ankommen. Außerdem sah es so aus, als hätte er schon mehrere Schläge abbekommen und er nicht mehr lange durchhalten würde. Er holte noch mal mit dem Mut eines Verzweifelten zu einem Schlag aus, doch er traf nicht und stolperte. Rechtzeitig konnte er sich noch fangen und dadurch, dass er seine Position geändert hatte, konnte ich ihn jetzt auch direkt sehen. Mir stockte der Atem, denn der Mann war einfach nur wunderschön. Er hatte tiefschwarze, verwuschelte Haare, makellose, blasse Haut und hatte einen, vermutlich vom Kampf gestählten, muskelösen Körper.
Doch das auffälligste an ihm war seine strahlenden, smaragdgrünen Augen. Solche Augen hatte ich noch nie gesehen, fasziniert starrte ich ihn an und vergaß dabei meine Deckung und beugte mich zuweit vor.
Seine Augen huschten zu mir und weiteten sich überrascht. Für einen kurzen Moment war er abgelenkt, aber das reichte dem mittleren Soldaten schon. Mit einer ruckartigen Bewegung stieß er ihm das Schwert tief in den Bauch. Sofort quoll Blut aus der Wunde  und der Mann zuckte schmerzerfüllt zusammen, doch er hielt sich  noch auf den Beinen und kämpfte sogar noch weiter.
Erst jetzt fiel mir auf, dass er bereits aus mehreren Wunden am ganzen Körper blutete.
Wut auf die Soldaten, die es nötig hatten zu dritt auf einen verletzten Mann loszugehen, durchströmte mich. Jeder wusste, dass sie immer wieder ungerechte Entscheidungen trafen und oft sogar Unschuldigen Leid zufügten. In meinem Dorf hatten sich früher immer alle jüngeren Frauen versteckt, wenn Soldaten kamen, da sie dafür bekannt waren, dass sie häufig Frauen vergewaltigten. Und sie blieben immer ungestraft.
Innerhalb eines Sekundenbruchteils fällte ich die Entscheidung, dem Mann zu helfen, denn ich konnte einfach nicht zulassen, dass er stirbt. Ohne wirklich drüber nachzudenken, was ich da tat, zog ich einen Pfeil aus meinem Köcher, spannte meinen Bogen, der mir sonst immer locker um die Schulter hing und schoss auf einen großen Soldaten, der gerade erneut sein Schwert schwang.
Der Pfeil surrte durch die Luft und wie in Zeitlupe sah ich, wie er sich in den Hals des Soldaten bohrte.
Seine Hand zuckte zu seinem Hals, er drehte sich um und betrachtete ungläubig das Blut auf seiner Hand. Sein Gesicht verzerrte sich und mit einem schmerzerfüllten Laut brach er zusammen.
Erschrocken drehten sich die anderen beiden um und diesmal nutzte der Mann die Gelegenheit und stieß dem einen das blutbesudelte Schwert in den Bauch, zog es wieder raus und streckte auch den anderen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit nieder. Ehe ich mich versehen konnte, lagen beide tot auf dem Boden. Im ersten Moment war ich erleichtert, doch als er auf mich zu torkelte, entgleisten mir alle Gesichtszüge. Die spitzen Ohren und die seltsamen, verschnörkelten Tätowierungen, die sich um seinen Hals schlangen konnten nur eins bedeuten – er war ein Elf!
Zu Tode erschrocken stolperte ich zurück. Wie blöd konnte ich auch sein und Soldaten des Königs umzubringen, um einen Elf zu retten. Jedem Kind wurde eingeprägt, dass sie grausame Wesen waren und man sich nicht durch ihr Äußeres täuschen lassen soll.
Sie versuchten mit den Ausständigen des Reiches, den König zu stürzen um selbst an die Macht über Alandé zu kommen. Nicht, dass der König beliebt war, nein. Er war ein grausamer Herrscher, der oft ganze Dörfer abschlachten ließ, nur, weil sie ihre Steuern nicht pünktlich bezahlt hatten. Aber alle hatten Angst vor den Elfen und wollten dann doch lieber einen grausamen Menschen, als einen furchterregenden Elf auf dem Thron sitzen haben.
Als er noch weiter auf mich zukam, wich ich einen weiteren Schritt zurück.
Kurz huschte ein trauriger Ausdruck über sein Gesicht, doch dann verzerrte es sich und er brach zusammen. Ich entdeckte die Blutspur, die er gezogen hatte. Er hatte schon zu viel Blut verloren!
Eigentlich müsste mich das freuen, doch er sah so gar nicht böse aus. Deswegen überwand ich schnell die letzten Meter zwischen uns und fiel dann neben ihm auf die Knie.



„Wo bist du am Stärksten verletzt?“, fragte ich und suchte seinen Körper mit geübten Augen nach Wunden ab.Ich war erschrocken über die große Anzahl von ihnen, es würde lange dauern, sie alle zu heilen.



Erstaunt und dankbar sah er mich an und deutete dann auf seine Brust. „D..Da“, hauchte er schwach und dann fielen seine zu Schlitzen verzogenen Augen zu. Der Blutverlust hatte sein Tribut gefordert und er war bewusstlos geworden. Ich musste ihn unbedingt in meine Hütte bringen, hier konnte ich ihn nicht vernünftig behandeln. Konzentriert suchte ich nach der Magie in meinem Inneren, fesselte sie und ließ uns beiden von der Lichtung verschwinden und vor meiner Hütte wieder auftauchen. Das kleine, von Efeu bewachsene Hüttchen war etwas windschief, doch ich liebte es trotzdem.


Die letzten Meter schleifte ich ihn hinter mir her, sodass sein Körper eine Spur in dem erdigen Boden hinterließ. Ich stemmte die Tür auf, die etwas klemmte und zog ihn zu meinem Bett. Mühsam hievte ich ihn hoch und legte ihn ab. Dann ließ ich meinen Blick durch die Hütte schweifen, auf der Suche nach einem kleinen Messer. Leider herrschte ziemliches Durcheinander in dem spärlich beleuchteten Raum. Überall stapelten sich alte, dicke Bücher und das Geschirr von heute Morgen stand auch noch auf dem Tisch.
Doch zwischen dem alten Kerzenständer und dem Tintenfass lag das Messer und ich schnappte mir es. Dann setzte ich es vorsichtig an seiner Brust an und durchtrennte das verdreckte Hemd, das durch das ganze Blut mit der Wunde verklebt war. Als ich die Hemdfetzten entfernt hatte, wusch ich erstmal vorsichtig das ganze Blut weg und legte dann sanft meine Hände auf seinen Bauch. Ich ließ die Magie durch meine Hände strömen und fühlte das altbekannte Kitzeln. Langsam schloss sich die Wunde und eine dünne Hautschicht bildete sich. Fasziniert schaute ich dabei zu, immer wieder begeistert was meine Magie alles machen konnte.






Anmerkung:

Das ist die erste Geschichte, die ich jemals geschrieben habe ( mal abgesehen, von den Geschichten, die ich als Kin geschrieben habe :D).
Wie immer freue ich mich über Kommis und auch Kritik ;)

 

1 Kommentar:

  1. Hammer! Ich liebe Fantasy und schreibe selbst, abr längst nicht so gut wie du!
    Zu dem Buch gibts nur eins zu sagen: haben will!!!

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